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Il prigioniero


Opere
Videodesign
2025



Regie und Kostüme: Aniara Amos
Musikalische Leitung: Jörg Halubek
Bühne: Valentin KöhlerAniara Amos
Licht: Ulrich Eh
Video: Rebecca Stofer
Dramaturgie: Pia-Rabea Vornholt  
Chor: Manuel Bethe

Mutter: Bénédicte Tauran
Gefangener: Levent Bakirci
Kerkermeister | Grossinquisitor: Robert Maszl
1. Priester: Piero Regis
2. Priester: Michael Temporal Darell
Opernchor Luzerner Theater
Luzerner Sinfonieorchster


Die Würde des Menschen ist zu achten und zu schützen. Sie ist das höchste Gut. So soll es sein. Weltweit. Im Hier und Jetzt. Von diesem höchsten Gut angesichts des Todes klingt und spricht der hochemotionale Doppelabend «Requiem für einen Gefangenen». In der Gegenüberstellung der Kurzoper «Il prigioniero» von Luigi Dallapiccola und Jan Dismas Zelenkas «Requiem D-Dur» ist zu hören, wie sich Alt und Neu auf faszinierende Art und Weise zu einem ästhetischen Ganzen verweben.

Dallapiccola stellt als Reaktion auf den Faschismus im Zweiten Weltkrieg mit «Il prigioniero» 1949 die Frage nach der Würde des Menschen angesichts politischer Willkür, Verfolgung und Unterdrückung. Der italienische Komponist siedelt die Oper zur Zeit der Spanischen Inquisition im 16. Jahrhundert an und erzählt von der letzten Nacht im Leben eines Gefangenen kurz vor seiner Hinrichtung. Albträume plagen ihn, doch als er die Tür seines Kerkers geöffnet findet, schöpft er Hoffnung. Er geht den dunklen Gang entlang, riecht schon frische Frühlingsluft – und findet sich betrogen. Am Ende muss er erkennen: Die Illusion von Freiheit und Hoffnung war seine grösste Folter.

Die Würde des Menschen ist unantastbar. In weiten Teilen der Welt ist sie das heute nicht. Wir widmen den mutigen Menschen, die für den freien Willen, das freie Wort, für Freiheit in ihrem vollumfänglichen Verständnis ein- und aufstehen, auch um den Preis ihres eigenen Lebens, diesen Theaterabend.

> Trailer